KKT 2004

Donnerstag, 14. Oktober 2004
20 Uhr
Bocksaal Leutkirch

Brian Lausund und Uli Boettcher: „Wir Können Alles“

Mit Mitte Dreißig können Boettcher und Lausund über alles reden. Etwa vom Glück, ein Mann zu sein. Von den zerbrechlichen Momenten beim Beenden von Beziehungen, vom Wert überschuldeter Eigenheime und von der quantenphysikalisch bewiesenen Unmöglichkeit, die Liebe zu bemessen. „Wir Können Alles“ impliziert natürlich auch das bekannte „Außer…“. So können unsere Helden Frauen natürlich verstehen, außer wenn sie sich mit ihnen unterhalten. Sie wissen, dass Träume Schäume sind, haben aber immer noch keine Ahnung davon, wie sie erfolgreiche Schaumschläger werden können. Traumschläger sein, also sich gegenseitig die jeweiligen Träume kaputt machen, das können sie, das haben sie gelernt. Wofür sind Freunde sonst da? Und das sind sie schließlich: zwei alte Freunde. Der eine promiskuitiv und homosexuell, der andere verheiratet und Vater dreier Kinder. Die freundschaftlich verbundene Konkurrenz dieser beiden Lebensentwürfe zeigt auf äußerst unterhaltsame Weise, wo das eigene Scheitern anfängt und die Erkenntnis sich noch lange nicht einstellen will.
Lausund und Boettcher haben mit bleischwerer Bissigkeit eine federleichte Unterhaltung über die am meisten verkannte Spezies der Schöpfung entwickelt: den Mann über dreißig.

www.frot.net


Freitag, 15. Oktober 2004
20 Uhr
Bocksaal Leutkirch

Trifolie: „Bazurrr“

3 Schauspieler, 18 Charaktere, 8 Szenen… Aus der Stille heraus lassen die Akteure Situationen entstehen, die zunächst einfach und realistisch erscheinen, um dann allmählich immer skurriler zu werden. Ihre Körpersprache ist einfach, präzise und direkt, und wenn dann mal gesprochen wird, macht es das Ganze eigentlich nur noch grotesker. Mit viel Aufwand ist jede Szene ist mit dem passenden Soundtrack versehen, in Kostüm und Charakterisierung irgendwie bekannter Bühnenfiguren wird kein Klischee ausgelassen und jedes abwegige Detail herausgearbeitet. Und so präsentiert sich dem Zuschauer eine Show von 90 Minuten Länge, über die der Marabo (Magazin für das Ruhrgebiet) schrieb: „Die Geschichten, die sie aus fein beobachteten Banalitäten entwickeln, driften nach realistischem Beginn ins Absurde, sind poetisch, ironisch und von rabenschwarzem Humor.

www.trifolie.de


Samstag, 16. Oktober 2004
15 Uhr
Bocksaal Leutkirch

Figurentheater Kreontour: „Michael Ende – Das Traumfresserchen“

Diese schöne Kurzgeschichte eignet sich besonders gut für Albträumer und handelt von Prinzessin Schlaffitchen, die im fernen Schlummerland wohnt. Dort gilt Schlaf als das höchste Gut, die Prinzessin leidet allerdings Nacht für Nacht unter Albträumen und kann niemals richtig schlafen. Schließlich zieht ihr Vater, der König, aus, um ein Heilmittel für die Prinzessin zu finden. Als er die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, findet er das Traumfresserchen, ein Wesen, das sich von schlechten Träumen ernährt und fürchterlichen Hunger hat…
„Traumfresserchen, Traumfresserchen!
Komm mit dem Hornmesserchen!
Komm mit dem Glasgäbelchen!
Sperr auf dein Schnapp-Schnäbelchen!
Träume, die schrecken das Kind,
die lass dir schmecken geschwind!
Aber die schönen, die guten sind mein,
drum‘ lass sie sein!
Traumfresserchen, Traumfresserchen,
dich lad‘ ich ein!“

www.figurentheater.net


Samstag, 16. Oktober 2004
20 Uhr
Bocksaal Leutkirch

Tina Teubner: „Nachtwut“

Nimmersatt und lebenshungrig. Ungebärdig, aber sanft. Chaotin im Leben, Poetin im Herzen und vice versa. Sie liebt die Komödie und weiß doch das Erbauende des Tränentragischen zu schätzen. Tina Teubner lässt sich von niemandem das Recht verkürzen, sich zu widersprechen. Tina hatte schon als Kind Nachtwut. Wenn man so wütend ist, dass man nicht schlafen kann, kommt die Nachtwut. Weil man nicht schlafen kann. Sie ist ihr bis heute treu geblieben. Hat es sich die Nachtwut bei ihr erst einmal bequem gemacht, kommen Tina Teubner die seltsamsten Ideen… Wenn es ihr gut geht, feiert sie Sylvester. Egal, ob der Kalender behauptet, es sei Muttertag, Maria Lichtmess, Siebenschläfer oder Aschermittwoch. Sylvester – Zeit für gute Vorsätze. Zeit, Vergangenes zu resümieren. So feiert Tina Teubner mit ihrem Publikum Kassensturz. Ihr Thema: Kindheit, Familie und andere Kuriositäten. Ihr Motto: Wir reißen alte Wunden auf. In ihrem neuesten Programm präsentiert Tina Teubner in erster Linie eigene Lieder. Was für jedes ihrer bislang sieben Programme galt, tritt einmal mehr in der „Nachtwut“ in Kraft: Mit der Grazie und Flinkheit eines Raubtieres, temperamentvoll bis in die Haarspitzen, blitzend vor Klugheit und Humor packt sie ihr Publikum. Mit einer Stimme, die sämtliche Töne von der stählernen Schärfe bis zur Lautlosigkeit umfasst. Und was ihre Stimme nicht sagt, erzählt sie mit ihrer Geige und ihrem Akkordeon. Begleitet vom ungestümen Tasten- Paganini Michael Reuter, der zwar die Nachtwut nicht kennt, aber zu Sylvester gerne für Getränke und Knabbergebäck zuständig ist.

www.tinateubner.de


Sonntag, 17. Oktober 2004
20 Uhr
Bocksaal Leutkirch

FÜENF: „Feingefühl die VokalSpottShow“

FÜENF junge Popsänger treffen sich rein zufällig an einem wolkenlosen Septembermorgen vor einer Imbissbude irgendwo in Süddeutschland. Sie geben sich den phantasievollen Namen FÜENF und geloben bei ihren außerirdischen Kehlköpfen, nie wieder Hand an sich, eine Elektrogitarre oder Ähnliches zu legen. Beseelt von der kühnen Vision, allein mit der Zauberkraft ihrer Stimmen die Welt ein wenig schöner zu machen, als sie ohnehin schon ist . So schwören sie sich bedingungslose Tonalität und verschreiben sich fortan der Suche nach dem heiligen Vokal.
Als unangefochtene Hohepriester der üblen Nachrede und Hüter des vergeudeten Wortschatzes verstehen FÜENF bei einer so ernsten Sache wie Humor natürlich keinen Spaß. Kühn und unmissverständlich schleudern sie dem Blondinenwitze erzählenden Dämon der Langeweile ihren eisernen Handschuh ins Gesicht. Dabei vertrauen sie allein auf den Glauben an den heiligen Vokal, den gesegneten Groove, den barmherzigen St. Rythm und den edlen Ritter Spott. Und nicht zuletzt auf die alles heilende Kraft der Skepsis, die sie immer wieder aufs neue inspiriert zu ihren wunderbaren Songs.
Wird es unseren singenden Spaßexperten gelingen, mit ihrer dritten Show den Mann von heute behutsam aus dem finsteren Tal der emotionalen Hilflosigkeit herauszuführen? Wohl kaum. FÜENF sind ja nicht Jesus! Feingefühl heißt ihr neues Programm. Mit ungeahnter Sensibilität widmen sie sich brisanten Themen aus der Tier- und Pflanzenwelt, Gähnmanipulation, Ein- und Zweisamkeit, Sexualität und Hausbau, vorgetäuschtem Sarkasmus oder autoagressivem Training u.v.a. … Egal welche Disziplin: die FÜENF kennen sich Dank ihres unerschöpflichen Halbwissens mit so ziemlich allem ungefähr genau aus. Dabei ist die Message ihrer aktuellen Songs oft erstaunlich simpel (”Schweigen ist Platin, Baby”) und irrelevant (”Abends, wenn die Handwerker gehen”).
FÜENF werden die hohen Erwartungen ihrer Fans auch dieses Mal mit wahren Juwelen der Popmusik befriedigen. Klar, dass sie auch in ihrer neuen Show nicht widerstehen können, sämtliche Stile schamlos miteinander zu verkuppeln und dreist zu kreuzen. Das macht den FÜENF Sound so unbeschreiblich.

www.fuenf.com

Musikkabarett & Comedy: es ist einiges geboten in Leutkirch!